06.10.06 Beijing MOON DAY


7 Uhr klingelte der Wecker. Caroline und ich wollen ja heute zur Great Wall. Haben Simatai rausgesucht. Soll nicht so überlaufen sein. Mit der U-Bahn zur Dongzhimen Station und da einen Mini-Bus gesucht. Wilde Verhandlungen und plötzlicher Zusammenschluss von einem französischen Pärchen, sieben New Yorker Studenten, einer Kanadierin und mir. Fahrt hat wohl um die 3 h gedauert. Bus war, glaub ich, nur für 8 Leute ausgelegt. Die Tür konnte man auch nur von außen durch das Fenster öffnen...

Sind dann durch eine Stadt gefahren, obwohl wir eigentlich nur den Highway lang fahren sollten, laut Fahrer. Der Frabzose hatte ihn schon gewarnt, dass die Tanknadel kritisch weit unten sei. Der Fahrer hat nur gegrinst, abgewunken und gesagt "enough, enough...".

Wir sind dann natürlich stehen geblieben. Logisch. Da unser Fahrer aus der Stadt kam, eilte uns ein Freund von ihm zu Hilfe und das Benzin wurde mit einer zusammengerollten Zeitung eingefüllt. Witzig.
Nachdem wir einen kleinen Markt mit Mühe durchquert hatten (war nicht für Autos gedacht!), hielten wir an einem kleinen provisorischen Kiosk und eine Frau reichte unseren Fahrer Mr. Ye ein Wasser und Kippen.
Langsam waren alle genervt... Und dann stieg die Frau mit ihrem Sohn ein. Stellte sich später raus, dass das die Familie Ye war.


Der Kleine ärgerte uns alle. Ich grinste ihn immer an (saß mir gegenüber auf nem mini Hocker). Nach einem Fight mit Jim kam er dann zu mir und streichelte meinen Arm. Am Ende der Fahrt kam er nochmal zu mir und gab mir einen Knutscher auf die Wange. Da hat seine Mom ganz schön überrascht geschaut - und ich erst.
12.30 Uhr oder so endlich angekommen. 16 Uhr Fahrer für Rückfahrt bestellt und jeder nur eine Fahrt bezahlt (50 Yuan = 5 €).
Mit cable car sind Caroline und ich dann auf den Berg, hätte sonst mehrere Stunden gedauert. Es lief chinesische Musik über Lautsprecher, aber ansonsten war es total ruhig.



Und die letzte steile Passage mit mini train - sah aus wie ein Wagen der Achterbahn.
Das letzte steile Stück (80% Steigung) bis ganz zur Mauer per Fuß. Und zack hatten wir 2 Babysitter, da Caroline auf die Frage "Where are you from?" geantwortet hatte. Die 2 Damen, die angeblich arme Bauern waren, hatten natürlich Taschen dabei und wollten uns etwas verkaufen. Souvenirs von der großen Mauer. Liefen mindestens eine Stunde mit uns mit und sagten immer "careful, miss" bei den schwieriger passierbaren Abschnitten. Erst als wir kurz Rast machten, boten sie uns alles an. Irgendwann nervte es einfach. Sie trieben uns fast schon voran.
Später rief Jenson noch an "Und was machst du grad?" "Bin auf der großen Mauer..."
Amüsant. Stille und dann klingelt das Handy in 1000 m Höhe und ein Freund aus Deutschland ruft an.

Schade, dass es heute so diesig war und man nicht so weit schauen konnte. Dennoch war es warm und trocken. Für den Rückweg nahmen wir den "Flying Fox". Ich hatte schon ein wenig Respekt, als ich den See soweit unter mir sah und man nur an 2 dünnen Stahlseilen hinunter rutschte. Hab n Video gemacht.
Im Tal angekommen habe ich mir natürlich ein T-Shirt "I've climbed the Great Wall" für 20 Yuan gekauft. Muss sein. ;)

Ein paar der Amis waren zu spät und der Fahrer sauer.
War echt müde und wollte schlafen, war aber unmöglich, da die Sitzbank nicht wirklich befestigt war.


Sollten 6 Yuan mehr zahlen, dann könnte wir den Expressway nehmen und sind in reichlich 1 (!) Stunde da. Da zwei der Amis chinesisch sprachen, bemerkten sie, dass uns der Mr. Ye über's Ohr hauen wollte und alle begannnen laut zu diskutieren. Toll. Sowas macht doch echt einen so schönen Tag kaputt. Geld wurde vorher eingesammelt, da man immer schnell aussteigt hier.
Hungrig im Hostel angekommen stand Essen für uns bereit, da heute Moon day ist, wo man zum Mond betet und den Tag mit Familie verbringt. Deswegen gab es für alle lecker selbst gemachte Dumplings, Mooncake usw.


Regnete. Aber nur 3 min. Das erste Mal hier.
Mit Caroline (sie verbringt übrigens ihren 31. Geburtstag nächste Woche allein auf dem gelbem Berg und wollte nochmal vorher rocken gehen) dann ausgegangen. Hab vorher wieder eine Bank gesucht. Dauerte wieder. Dann war ich so froh, dass der Automat Geld ausspuckte, dass ich glatt die Karte vergaß. Fiel mir aber zum Glück gleich vor der Bank ein.
Plan für heute: bis 7 tanzen gehen, um dann den Flug 11.40 Uhr morgen pünktlich zu kriegen und im Flugzeug zu schlafen (hatte Angst, dass es wieder so eine Schüssel ist und da wollte ich lieber "passiv" drin sitzen).

Erster stop: das NO+CH Festival in der Nhu Bar. Danach zum Club Suzie Wong.
Nach einem Mooncake (das Zeug ist krass süß), tranken Caroline und ich den ganzen Abend Wodka-Cranberrie ("Nationalgetränk" Kanadas). Caroline lernte beim Bestellen den 2. Drinks einen arabisch aussehenden Typen in Edelanzug kennen, der uns zu Dinner einladen wollte. Er gab ihr seine Visitenkarte: Embassador of Jordan. Wir hatten ja heute schon gegessen... ;)

Lernten dann noch einen Schweden und einen Inder kennen, die so gut wie jeden Abend hier im "dezent" gebrandeten Moet & Chandon Laden waren.
Caroline und ich sind dann irgendwann runter. Da war noch ein Club, echt geniale Deko. Tanzten irgendwann auch auf dem Podest, hatten echt Spaß. Erklärte dem Schweden, dass man beim Tanzen nicht klatscht. Halb 7 waren wir dann doch pünktlich zurück im Hostel. Caroline ist gleich weggepennt. Ich hab noch schnell gepackt und mit Shuttle vom Hostel los. Auch gleich im Wagen kurz eingenickt...


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